Wir feiern in diesem Jahr nicht nur das 25-jährige Bestehen der WG Troisdorf. Wir feiern eine Geschichte – unsere gemeinsame Geschichte. Im Jahr 2000 gab es in der Allemannenstraße 44a in Troisdorf-Sieglar noch keine vertrauten Stimmen auf den Fluren, keine Bilder an den Wänden, keine verbindenden Rituale. Es gab nur eine
Idee: einen Ort zu schaffen, an dem Menschen mit Behinderungen nicht nur wohnen, sondern leben – selbstbestimmt, sicher und in Gemeinschaft.
Diese Idee war damals noch mutig. Sie brauchte Menschen, die an sie glaubten und die Hindernisse überwanden – Menschen, die nicht fragten: „Geht das?“, sondern sagten: „Wir machen es möglich.“ Groß bauen konnten damals viele. Wir wollten es kleiner, familiärer und gemeindenah. Heute sehen wir das Ergebnis: ein Haus voller Leben, voller Geschichten, voller Wärme.
Unzählige Momente prägten die vergangenen 25 Jahre: vom Einzugsfest im Januar 2001, bei dem noch niemand wusste, wie sich das Zusammenleben entwickeln
würde, über viele fröhliche Geburtstagsfeiern, Reisen und Ausflüge bis hin zu traurigen Momenten des Abschieds oder des Todes. Kein Haus, kein Projekt und keine Vision lebt ohne die Menschen, die sie tragen.
Dazu gehören in erster Linie die WG-Bewohner*innen selbst. Sie geben dem Haus seine Seele. Ihre Offenheit, ihr Humor und ihre Stärke bereichern alle. Die Ange-
hörigen sind unsere Partner und Unterstützer und manchmal auch unsere Kritiker. Genau das macht uns gemeinsam besser. Natürlich spielt das Karren-Team
eine zentrale Rolle, nicht nur Betreuer*innen. Die Mitarbeitenden begleiten unsere Klient*innen, hören zu, machen Mut und manchmal trösten sie auch. Sie geben
nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern auch ihr Herzblut.
Diesen Geist soll die WG auch in den nächsten 25 Jahren bewahren: den Mut, Neues zu wagen, die Freude am Miteinander und die Überzeugung, dass jeder
Mensch – unabhängig von seinen Fähigkeiten – ein wertvoller Teil unserer Gemeinschaft ist. Denn unser Ziel ist klar: Die WG soll weiterhin ein Zuhause sein,
das mit seinen Menschen wächst.
Ein Beitrag von Peter Stößel, Sprecher des Vorstands, Der Karren



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